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Zur Zeit sind sechs Schüler der Kvaløya videregående skole aus Tromsø in Franken, um die Arbeitsweise der Zimmerleute hier besser kennen zu lernen. Den Kontakt geknüpft hatte der Herzogenauracher Christian Ort, der am staatlichen beruflichen Schulzentrum in Neustadt/Aisch-Scheinfeld unterrichtet.

Die Schüler sind 17 Jahre alt und gehen in die 12. Klasse. Es ist ihr letztes Jahr an der Schule, in den nächsten zwei Jahren sind sie dann „Lehrlinge“ in Unternehmen um ihre Ausbildung abzuschließen. Auf ihrer Reise nach Herzogenaurach wurden sie von ihrem Lehrer Eirik Skogeng (Berufschullehrer im Fach Zimmermann) und Katharina Frank (Fremdsprachenlehrerin und Koordinatorin für internationale Zusammenarbeit) begleitet. Die Kvaløya videregående skole in ihrer Heimat Norwegen vereinigt unter ihrem Dach ein Gymnasium und eine Berufsschule für Bautechnik. Die Schule liegt in der Stadt Tromsø in Nordnorwegen auf der Insel Kvaløya.

Die sechs Schüler, die nach Deutschland gekommen sind, wurden ausgewählt, um an einem einwöchigen Austausch mit den Schülern des Staatlichen beruflichen Schulzentrums in Neustadt/Aisch-Scheinfeld teilzunehmen. Die Lernziele des Projektes sind die Förderung der Entwicklung sozialer und interkultureller Kompetenzen, die Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse (Englisch) und die Förderung des Austauschs von fachlichem Wissen und beruflichen Fähigkeiten, außerdem die Verbindung zwischen Norwegen und Deutschland weiter auszubauen. Dieses Projekt wird von Erasmus+ finanziert.

Bei ihrem Besuch in Herzogenaurach waren sie mit Christian Ort unter anderem in den Wäldern der Waldcorporation Herzogenaurach-Welkenbach, um den Waldumbau nach aktuellen klimatischen Gesichtspunkten vor Ort kennen zu lernen. Diese Wälder lieferten über Jahrhunderte den Baustoff für die Errichtung der Gebäude in der Stadt Herzogenaurach, denn über Jahrhunderte war der Fachwerkbau mit Holz der übliche Standard.

Zwei dieser Gebäude besuchten sie mit Kreisheimatpfleger Dr. Manfred Welker bei einer Führung, die Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena und das Anwesen Steinweg 5, das Domizil des Heimatvereins Herzogenaurach.

Herzogenaurachs ältestes nachgewiesenes Anwesen Steinweg 5 wurde im Jahr 1448 am Steinweg errichtet. Das Wohnanwesen für eine ganze Familie ist mit Bohlen-Balken-Decken ausgestattet. Hinter dem Fachwerk verbergen sich Bohlenwände für die „Gute Stube“, auch die Wand zum Nachbaranwesen bestand aus Holzbohlen, die mit Lehmbewurf versehen wurden.

In der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena bewunderten die Besucher aus Norwegen das eindrucksvolle Holztonnengewölbe mit seiner Dachkonstruktion aus dem Jahr 1341. Für das Gebälk fanden möglichst gerade gewachsene Tannen aus den Wäldern um Herzogenaurach Verwendung.

Für die Schüler gab es aber auch in ihrer Freizeit die Möglichkeit, die kulinarischen Seiten Frankens kennen zu lernen.